Selbst in Schwäbisch-Sibirien hält es keine Pflanze mehr im Boden.

Am Fuße der weniger sonnenverwöhnten Hügel wird das auch noch. Spätestens übermorgen.

Wenn sich die Landschaft langsam abschminkt, treten die hässlichen Seiten wieder zu Tage. Das schützende, reine Weiß weicht modrigem Braun. Gleichzeitig werden uns unsere Unachtsamkeit und Respektlosigkeit wieder vor Augen geführt. Im Umfeld der Schulen stolpere ich über die Spuren unserer Zivilisation.
Früher war alles besser – diese Floskel möchte ich gar nicht bemühen. Trotzdem, zu meiner Schulzeit wurden wir mindestens ein Mal im Jahr zur “Landschaftsputzete” durch das wilde Gemüse gejagt. Mit Piekser, Müllsammelzange und Plastiksack bewaffnet und unter strenger Aufsicht des Lehrkörpers wurde jeder Quadratmeter entlang aller Wege im Umkreis von gefühlten 200 Quadratkilometern rund um das Schulgebäude inspiziert und vom Unrat befreit.
Ich muss wohl nicht erwähnen, wie mich die Landschaftspflege-Aktionen seinerzeit ankotzten. Sie verfehlten aber auch ihre pädagogische Wirkung nicht, denn nach spätenstens zwei “Putzeten” wurde alles schön zum nächsten Mülleimer getragen und reingeworfen.
Die heutigen Fundstücke machen mich ein wenig traurig.




